Weihnachtliche Gewürzkunde

Weihnachtliche Gewürzkunde

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Weihnachtsgewürze schmecken herrlich und haben außerdem heilende Kräfte

Was wäre Weihnachten ohne die typischen Gewürze wie Zimt, Anis, Kardamom, Muskat, Ingwer und Nelken. Überall duftet es jetzt nach ihnen, und erinnern uns so an die Kindheitstage.
Traditionell verwenden wir sie in Plätzchen, Lebkuchen oder Christstollen, aber auch für den Yogitee oder Gewürz-Chai.

Doch die Gewürze können mehr, als nur für guten Geschmack zu sorgen.
In ihnen stecken jede Menge gesundheitsfördernde Stoffe, sie wirken antibakteriell und wärmend, stärken die Verdauung, betäuben Schmerzen uvm. Sie werdden im Ayurveda zwar auch im Winter, aber nicht nur an Weihnachten verwendet, sondern gehören zur ayurvedischen „Küchenmedizin“.

Unter „Küchenmedizin„ versteht man in der Ayurveda-Medizin jene Arzneimittel, die in jedem Haushalt zu finden sind.
Wenn wir mit den Gewürzen vertraut sind, so ist es leicht möglich, bei der Zubereitung von Speisen auf Schwankungen im
Bereich der Doshas ausgleichend einzuwirken.

Hier eine Auswahl an Gewürzen, die besonders im Winter verwendet werden:
(V- = vata-reduzierend, P+ = Pitta vermehrend, K- = Kapha-reduzierend)

Anis:
scharf/heiß/scharf, V-, blähungsreduzierend, beruhigt den Darm, verdauungsanregend, Anis und Fenchel nach dem Essen
kauen unterstützt die Verdauung.

Ingwer:
Adrak und Shunthi – Zingiber officinale: Ingwer wird in der ayurvedischen Medizin als „universale Medizin“
bezeichnet. Medizinisch wird nur die Wurzel verwendet. Er ist eigentlich ein Küchengewürz, aber in der ayurvedischen
Medizin wird nicht so strikt zwischen Kochen und Heilen unterschieden wie bei uns. Deshalb finden wir viele Gewürze
unter den Heilpflanzen und umgekehrt.
Im Ayurveda unterscheiden wir dieWirkung des getrockneten Ingwers (shunti) und des frischen Ingwers (ardraka).
Adraka hat einen scharfen Rasa (Geschmack), wirkt erhitzend, die Wirkung nach der Verdauung ist schwer, trocken und scharf.
Shunti (getrockneter Ingwer) hat einen scharfen Geschmack (Rasa), wirkt erhitzend, und nach der Verdauung süß, die Eigenschaften sind leicht, ölig und scharf.
Frischer Ingwer reduziert Kapha und Vata, ohne jedoch Pitta zu erhöhen.
Ingwer wirkt sattvisch, nerven- und herzstimulierend, antiasthmatisch, löst Verschleimungen im Atemsystem, wirkt erhitzend und verdauungsfördernd, beseitigt Vata- und Kaphastörungen der Verdauung. Weiter wirkt Ingwer: samenvermehrend, verdauungsfördernd, speichelanregend, unterstützt die Darmflora, wirkt keimtötend, stärkt die Abwehr,
ist entschlackend, schweißtreibend, blutreinigend, antibakteriell, entzündungshemmend. Er löst Verkrampfungen und
öffnet die Körperkanäle (Shrotas). Er hemmt die Blutgerinnung und schützt damit vor Herzinfarkt, und er senkt den
Cholesterinspiegel.
Ingwer wird medizinisch eingesetzt bei Stoffwechselstörungen, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Völlegefühl,
Blähungen, bei Verschlackung/Toxinen, Rheuma, Fieber (speziell bei Vata- und Kapha-Konstitutionen), bei Husten, Erkältung und
zur Stärkung des Herzens.

Kardamon:
ist süß, scharf/kühl/süß, bei übermäßigem Gebrauch Pitta-vermehrend, wirkt sattwisch, reduziert alle Doshas, stärkt Agni, regt Galle an, kräftigt Herz und Gedächtnis, harntreibend, Stärkungsmittel, gutes Hustenmittel, da schleimlösend, Samen kauen reinigt
den Atem und reduziert Schleim im Magen, hilft bei Vata-bedingten Verdauungsbeschwerden und neutralisiert Genußgift.
Tipp: Nach dem Essen ein paar Kardamomkörner kauen unterstützt die Verdauung und hilft bei Völlegefühl. Ich gebe dem Kaffee immer eine Prise Kardamom zu, das neutralisiert die Säuren und Toxine.

Kardamom wird in der Ayurvedaküche in allen Süßspeisen verwendet, besonders wenn sie Milch oder Sahen enthalten, denn Kardamom wikt der schleimbildenden Wirkung der Milch entgegen. So wird der Nachtisch leichter verdaut.

Muskat:
scharf, herb/heiß/scharf, Pitta-vermehrend, in größeren Mengen tamasische Wirkung, beruhigt Geist und Nerven, krampflösend,
besonders im Bauchbereich, hilft bei schlechter Nahrungsabsorption, etwas Muskat in warmer Milch hilft bei Schlafproblemen, da das Vata-Dosha reduziert wird. Tipp: Schlaftrunk bei Vata-Schlafproblemen; eineTtasse warme Milch mit einer Prise Muskatnuss und Honig (& Kardamom) vor dem Schlafen trinken.

Nelken:
bitter, scharf/heiß/scharf, regt Magen und Lunge an, gut bei Erkältung, Grippe und Husten, unterstützt die Lymphe und das
Immunsystem. Nelken wirken deinfizierend, verdauungsfördernd, apetitanregend und analgetisch (schmerzlindernd), so lassen sich akute Zahnschmerzen lindern, wenn man 1-2 Gewürznelken einige Minuten lang vorsichtig kaut.

Zimt:
scharf, süß, herb/heiß/süß, KV-, P+, gleicht Vata aus, erwärmt die Nieren, regt Harnausscheidung an, regt Kreislauf und
Durchblutung an, wirkt sattwisch.
Zimt stärkt die Verdauungskraft, regt die Darmtätigkeit an und reinigt ihn, fördert das Gedächtnis, wirkt stärkend bei Menschen mit schwacher Konstitution.

Zimt ist nicht nur in der Ayurveda-Küche und an Weihnachten beliebt. Durch sein feines Aroma passt er wunderbar zu Gebäck, Apfelkuchen, Nachtisch, Kompott uvm. Er wärmt uns von Innen und fördert die Verduung und lindert Blähungen.

Zimt ist auch ein wichtiger Bestanteil des Gewürz-Chais und des Yogi-Tees. Gerade im Winter ist so ein Yogitee mit Milch (oder veganer Milch) ein wunderbarer Kraftspender und genau das Richtige für eine Teepause am Nachmittag.

 

Ayurveda-Gewürze

Rezept Yogi-Tee

Die klassische Gewürzmischung für Yogi-Tee besteht aus nur fünf Grundzutaten. Er lässt sich wunderbar mit einem Schuss Milch oder Pflanzenmilch und etwas Süße verfeinern. Nach der Ayurveda-Lehre soll er den Vata und Kapha reduzieren und Pitta vermehren.
Für 100 Gramm Gewürzmischung benötigt man:
50 g Ceylon-Zimtstangen
15 g Kardamomkapseln
15 g getrockneten Ingwer
12 g Gewürznelken 8 g schwarzer Pfeffer
vor der Zubereitung alle Zutaten mit einem Stößel oder in einer Gewürzmühle zerkleinern

Zubereitung des Yogi-Tees
Um den Gewürztee direkt in der Tasse aufzubrühen, drei bis fünf Gramm der Mischung (etwa einen gehäuften Teelöffel) in ein Teesieb geben und mit heißem Wasser übergießen. Zugedeckt acht bis zehn Minuten ziehen lassen.

Bei der Zubereitung im Topf entfaltet sich der Geschmack noch besser, vor allem, wenn die Gewürze nur sehr grob zerkleinert wurden. Pro Tasse (circa 250 Milliliter Wasser) ebenfalls drei bis fünf Gramm (einen gehäuften Teelöffel) der Gewürzmischung hinzugeben und ungefähr 20 Minuten köcheln lassen. Anschließend die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen.
Mit Milch oder Pflanzenmilch und  ev. Ürsüße verfeinern und genießen 😀☕